Das kreative Bemühen unserer Zeit – im Design wie in der Kunst – verharrt zwischen zwei scheinbar widersprüchlichen und gleich starken Tendenzen: Der avantgardistischen Hoffnung, die Gesellschaft progressiv und emanzipatorisch zu formen, steht der Drang des Marktes zur Anpassung an die kommerziellen Forderungen des globalisierten, neoliberalen Turbokapitalismus gegenüber. Beide sind Folge der Spaltung der Avantgarde, und beide sind seit nunmehr fast einem Jahrhundert gleichermaßen präsent. Keiner der beiden ist es bislang gelungen, sich als letztlich dominante Kraft zu etablieren, keine von beiden konnte bis heute gänzlich ausgelöscht werden. Es ist ihre dialektische Spannung, die den wichtigsten Faktor des modernen künstlerischen Schaffens darstellt.