Leseanfänger mit Sehbehinderungen sind durch die geringe Qualität des visuellen Inputs, den sie in Form von gedruckten Texten bekommen, gegenüber ihren Mitschülern benachteiligt. Bereits in der Vergangenheit widmete man sich der Typografie als nützliches Instrument zur Steigerung der Lesbarkeit gedruckter Texte für Kinder mit eingeschränkter Sehfähigkeit. Allerdings war die Lesbarkeitsforschung häufig qualitativ unzureichend. So ging die kognitive Wissenschaft zwar methodisch korrekt vor, doch die als Testmaterial verwendeten Schriften hatten mit der Realität meist wenig zu tun. Die Typografen entwickelten ihrerseits zahlreiche Fonts, die die Leserlichkeit von Texten steigern sollten, doch ihren Überlegungen fehlte oft die methodische Grundlage. Überdies konzentrierte sich die Lesbarkeitsforschung überwiegend auf Menschen mit Sehschwächen im Allgemeinen und ignorierte die Tatsache, dass sehbehinderte Kinder eine eigene Gruppe mit spezifischen Bedürfnissen darstellen. Ann Bessemans Dissertation betrachtet das Thema Lesbarkeit speziell im Zusammenhang mit Leseanfängern mit Sehschwächen. Ihr Vortrag wird auf den Designprozess eingehen und die (vorläufig) fertiggestellten Fonts zeigen, die Kindern mit eingeschränkter Sehfähigkeit in den ersten Phasen des Leseprozesses helfen sollen.